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Gestatten, ich bin Erna Doof…

9. März 2010

Wisst Ihr, es ist merkwürdig. Wir haben eine nette Arbeitsgruppe gegründet. Alle verstehen sich blendend, man ist zu scherzen aufgelegt und tatsächlich macht es Spass, beisammen zu sein. … Wenn da nicht Erna Doof wäre (Anmerkung der Redaktion, Namen wurden geändert), auch Lumpen-Erna genannt. Diese Frau ist ein Trampeltier. Nein wirklich, sie gehört zu den Menschen, die über ihre eigenen Füße stolpern und wirklich in jedem erdenklichen Moment das Falsche sagen. Erna ist oft launisch. Ohne erkennbaren Grund mault sie einen ein. Sie ist so spontan wie ein Busfahrplan und auch ungefähr genauso witzig (wenn man mal von den unfreiwillig komischen Einlagen absieht). Unzählige Male hat man mir zum Vorwurf gemacht, dass ich Erna ich auf Ihre Anfrage in die Gruppe gebracht habe. … Unzählige Male habe ich mich dafür selbst geohrfeigt. Ja, ich gestehe, ich war’s! Mea Culpa. Mehrere Male konnte ich nur mühsam verhindern, dass sich ein Lynchmob zusammenschließt, um der Kreatur endlich den Garaus zu machen. … Wobei ich mich arg beherrschen musste, nicht selbst zu Fackeln und Forken zu greifen (glaubt mir, es war ein grausamer Kampf gegen den inneren Schweinehund). Ich habe so oft gebetet, nur einen einzigen Grund zu finden, wenn auch nur einen Klitzekleinen, um das Übel ein für alle Mal entfernen zu können. Man muss mir meine bösen Gedanken verzeihen, ich bin auch nur ein Mensch. Und nur wenn man Erna Doof kennt, kann man mich sogar verstehen.

Nun wurden meine Gebete erhört. Nicht nur, dass Erna Doof zu faul war, ein Protokoll zu erledigen, von dem unsere Weiterarbeit abgehangen hätte (jaja, sie konnte sich auch nicht erklären, wie das hatte verschwinden können, ja ne is klar), nein, sie hat Susi Sonnenschein einen Aufsatz erarbeiten lassen und die Hälfte davon frech als die eigene Leistung aus zu geben. Das müsst Ihr Euch vorstellen, da baut sich Erna Doof vor mir auf und sagt: “ich habe meinen Soll erfüllt” und wird auch noch hysterisch, als Susi zögernd darauf hinweist, dass sie sich an eine Zusammenarbeit mit Erna nicht erinnern kann. Das nenn ich mal dreist! Ehrlich, so etwas hätte ich einem Nilpferd wie ihr nicht zugetraut. Dazu muss man schon wirklich doof sein. … Oder eben sehr von sich selbst überzeugt.

Eigentlich ist der Fall klar und alle sind zufrieden. Mit jemandem, wie Erna, kann man nicht zusammenarbeiten. Sie hat eh nie so wirklich zu uns gepasst.

… Nur frag ich mich, wieso Seite 11 des angeblich verschwundenem Protokoll aufgetaucht ist. Ich fand es gerade zwischen den Seiten von Susis ausgedrucktem Aufsatz. Klar, da stehen die Quellennachweise drauf, die sie für ihre Arbeit brauchte. Nur … wo hat sie die her, wenn Erna das Protokoll doch vermutlich gar nicht geschrieben hat? Und noch etwas ist mir aufgefallen. Die Textdatei von Susis Aufsatz ist ab der zweiten Hälfte von etwas so schlampig gemacht, nicht einmal die Schriftart hat sie eingehalten. Ehrlich, sowas könnte nur Erna Doof passieren. … Möglicherweise ist es ihr ja mal wieder passiert. … Gehen wir einmal von dem hypothetischen Fall aus, Erna hat sich doch mit Susi getroffen, das Protokoll achtlos liegen lassen (sie war ja schon immer schusselig), Susi ihre Textdatei mit der 2. Hälfte des Aufsatzes ausgehändigt hat, im gutem Glauben, dass unser Sonnenschein ehrlich und offen ist. So haben wir Susi ja auch kennengelernt. Sie ist schließlich zu jedem nett, hilfsbereit, betont immer, dass sie Ungerechtigkeit nicht ausstehen kann, … so wie sie auch Erna nicht ausstehen kann.

Ja, ich glaube, die Nummer, die da gelaufen ist, ist wirklich dreist. Wäre Erna doof genug, soetwas zu versuchen? … Sie ist ungeschickt, tölpelhaft, aber nicht dumm. Gut, aber vielleicht wäre Erna von sich selbst überzeugt genug, um so dreist zu lügen und dann noch zu hoffen, dass man ihr mehr glaubt, als Susi? … Nein, und man ist nicht derart unbeholfen, spreizt alle Stacheln ab, wenn man sich unter Freunden wähnt. Und sich derart hysterisch auf zu führen, zeugt auch nicht gerade von Selbstsicherheit. … Das ist mehr das verzweifelte Hoffen auf die Gerechtigkeit.

Dagegen wäre eine Susi selbstsicher genug, einen derart hinterhältigen Betrug zu begehen. Sie ist doch sooo nett, aufrichtig, bietet Jedem eine helfende Hand. … Jedem der ihr nützlich ist, so wird ein Schuh draus!

Und kann Susi nicht sogar darauf vertrauen, dass. wir ihr den kleinen Geniestreich verzeihen? Mit ihr kommt Schliesslich JEDER prima zurecht. … Was man von unserem kleinen Charmebolzen Erna nicht behaupten kann. Ja! Wir alle wollten Erna loswerden, auch ich! Oooooh, wie sehr ich mir das gewünscht habe. Jeder würde es mir augenblicklich verzeihen, wenn ich nur  in diesem Fall ein Auge zudrück und nicht auf Recht und Ordnung poche. Nur dieses EINE Mal! ALLE würden es mir verzeihen. Nur eben ich nicht!

Ich weiß auch gerade nicht, was mich wütender macht! Solch ein erbärmlicher Trick? Oder dass man mich verarscht hat, ohne sich Mühe zu geben?

Am meisten ärgere ich mich über mich selbst, glaub ich. Ich wollte Susi glauben! Ich hätte diese dämliche Seite 11  nicht finden müssen, um zu wissen, dass etwas faul ist. Wenn es kein Protokoll gibt, dann gäbe es auch nicht Susis Aufsatz. Basta! Doch mit Heiligenschein hat mir diese Mutter Theresa, die doch sooooo gut ist, glorreich den verdammten Aufsatz übergeben! … Und sich nicht mal die Mühe gemacht, alle Beweise zu vernichten und wenigstens die Schriftart in der Textdatei an zu gleichen!

Bin ich so dämlich? Ist Susi so dämlich? … Oder hat sie sich nur drauf verlassen, dass ich es nicht so genau nehmen würde, weil ich lieber einen Sonnenschein um mich habe, als diese wirklich ätzende Erna Doof? Natürlich erwartet Susi, dass ich es decke. … Die anderen würden mir NIEMALS verzeihen, wenn ich es nicht täte! Susi rechnet damit, dass ich mich auf die Seite des Stärkeren stelle.

… Womit Susi Sonnenschein nicht rechnet, ist-… dass die Seite des Stärkeren immer die Seite sein wird, auf der ich stehe! Und sie rechnet wohl auch nicht damit, dass ich Frauen, wie Mutter Theresa abgrundtief verachte! Wirklich, ich hasse Weiber, die zu Jedem freundlich sind, sich bei Jedem einschleimen und einem noch liebevoll  ins Gesicht lächeln, wenn sie einem hinterrücks den Dolch zwischen die Nieren rammen! … Nämlich spätestens dann, wenn der Mensch IHNEN dummerweise im Weg steht oder auch einfach nur lästig geworden ist. Es war doch Susi, die immer versucht hat, ein gutes Wort für Erna ein zu legen, wenn ich schon wieder Gift und Geifer wegen ihr gespuckt hab. … Stimmt, mein Temperament neigt dazu, mit mir durch zu gehen! Und dieses Temperament wird Susi Sonnenschein zum Verhängnis werden! Mein Temperament verleitet mich gerade dazu, einen solchen Text im Internet zu veröffentlichen, bevor ich es mir noch einmal anders überlege und es Susi doch durchgehen lasse. Oh mann, Erna Doof ist aber auch wirklich eine göttliche Plage! Aber eine schlimmere Plage sind Frauen wie Susi Sonnenschein!

… Und deswegen werde ich morgen wieder mein Temperament durchgehen lassen und aus Susi die Wahrheit und das vollständige Protokoll herausprügeln, wenn es sein muss (und ich wünsche, es muss sein !!!). Denn auch ich war mal Erna Doof (selbst wenn ich witziger, charmanter, schlagfertiger bin und auch besser aussehe, gut, nebenbei vielleicht ein bisschen eitler bin…) und Mutter Theresas nehme ich mittlerweile persönlich! Und falls die Anderen maulen, dann werde ich sie freundlich darauf hinweisen, dass Susi bestimmt netter, aber weniger angriffslustig ist, als ich. … Ich mein, die hohle Nuss traut es sich ja nicht mal, einer Erna Doof offen gegenüber zu treten! Echt, die Frau ist ein Opfer!

Und irgendwie glaube ich, ich war selbst mal wieder Erna Doof (nur dass Mama Theresa dieses Mal unermesslich leiden wird, ich kann mich schließlich nicht selbst verkloppen). Teufel, bin ich wütend!

6 Kommentare

  1. du hättest den blog nicht schreiben müssen, weil du schon immer unfähig warst, die klappe zu halten. schnapp sie dir, tigerin. das ist so link, das verdient kein mitleid. ich hätte nicht gedacht, daß die so drauf ist. mach dir keinen kopp, weil es dir so spät aufgefallen ist. es heißt ja so schön, besser spät als nie.


  2. Deine Erna hat eine gewisse Ähnlichkeit mit meiner Ex. Nur das die auch noch streitsüchtig ist.
    Scheinbar sind durch die Erna auch die dunkelen Seiten, die in jedem von Euch stecken sichtbar geworden.
    Und die Seite 11…
    Die 11 ist im Tarot die Gerechtigkeit. Und die ist eine Teilerin. Sie teilt die Guten von den Schlechten, die Gerechten von den Ungerechten, manchmal auch Paare.
    Deine Susi hat Schicksal gespielt.
    Aber das ist doch ok. Wer weiß was passiert wäre, wenn die Erna weiter bei Euch geblieben wäre.
    Susi hat eine Entscheidung getroffen und damit Führungsstärke bewiesen.
    Vielleicht ist ihre Seele dadurch nicht mehr blütenweiß, aber man kann nicht führen ohne sich die Hände schmutzig zu machen.


    • Erna Doof ist eine wandelnde dunkle Seite, sie trägt sie offen auf der Stirn. Alles, was ich an ihr nun entdeckt habe und das nur durch Zufall, ist eine helle Seite. Immerhin hat sie ihre Arbeit gemacht.
      Susi war einfach nur niederträchtig und das hat nichts mit Führungsqualität zu tun, sondern mit Feigheit. Von solchen Leuten lasse ich mich nicht führen. Das soll sie getrost mir überlassen, ich brauch nicht rücklings angreifen.
      Meine Entscheidung werde ich bereuen, aber Susi geht und Erna bleibt. Weil sonst geht es auf jeden Fall böse aus, weil ich mich vergessen würde, wenn ich mich auch nur noch einmal auf eine Schnalle wie Susi verlassen müsste. Dann ist man nämlich verlassen. Zur Not würde die doch jeden verraten, wenn es zu ihrem Vorteil gereicht. Nicht nur, dass so etwas absolut schäbig ist, die hat doch auch versucht, mich zu verar.. ulken. Ich bin nicht schicksalsergeben genug, um sowas zu dulden.


  3. Das spricht für Dich. Dann hat die 11 nicht die Erna abgeschnitten sondern Susi hat sich selbst abgeschnitten. Manchmal geht der Schuss nach hinten los.
    Sus ist übrigens aramäisch (die Sprache Jesu) Pferd und Suffix i mein. Susi= mein Pferd.


  4. Mitarbeiter die nur auf eigenes Wohl bedacht sind gibt es leider überall. Ich habe sie immer bewundert. Sie sind unverfrohren, frech, dreist und rücksichtlos. Leider kommen sie genau damit weiter und führen ein ausgesprochen ruhiges Leben ohne schlechtes Gewissen. Das zu beobachten empfand ich immer als schmerzvoll, mit ihnen zu reden war aussichtlos, denn sie fühlen sich immer im Recht und empfinden kein Stück Reue für ihre hinterhältigen Verhaltensweisen. Beispiel? Wenn so ein Mensch eine kaputte Stempelkarte hat, die jeden Tag 2 Überstunden speichert, dann hat er auch das Recht mit seinen Überstunden anzugeben. Man reisst sich ja für die Firma den Arsch auf und beweisen kann man das anhand des Stundenzettels ja auch. ICH hätte mir schon lange eine neue Stempelkarte besorgt, aus Sorge das fliegt irgendwann mal auf.

    Ich beneide diese Leute irgendwie.


  5. “Die Textdatei von Susis Aufsatz ist ab der zweiten Hälfte von etwas so schlampig gemacht, nicht einmal die Schriftart hat sie eingehalten” – exzellent! ;)



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